So positiv die Gesamtentwicklung beim DSC Hanseat in den letzten Jahren war und weiterhin ist, so war der Rückzug des DSC Hanseat II aus der Kreisklasse 7 zugleich auch ein Rückschlag. „Natürlich melden wir eine Mannschaft nicht leichtfertig oder aus einer Laune heraus vom Spielbetrieb ab“, versicherte der DSC-Vorsitzende Ulrich Bunsmann, der auf Nachfrage von SportNord zu den Geschehnissen Stellung nahm.
Zunächst blickte Bunsmann dabei zurück auf den Sommer 2025, als er Toni Klimenkov als neuen Coach für die zweiten Herren geholt hatte. „Er war bei uns in der Vergangenheit als A-Jugend-Trainer sehr erfolgreich, weshalb ich mit seiner Rückkehr große Hoffnungen verbunden hatte, dass er ein neues, starkes Team aufbauen würde – und sportlich lief es ja auch gut“, erklärte Bunsmann. Tatsächlich mischte die DSC-Reserve in der Kreisklasse 7 in der Spitzengruppe mit. Dennoch kam es in der Winterpause „zu heftigen internen Spannungen zwischen dem Trainerteam der Liga-Mannschaft und Klimenkov“, so Bunsmann. Die Dissonanzen an der Vogesenstraße hätten sich „leider nicht zu einem guten Ende bringen lassen“, so der Vorsitzende, weshalb vor dem Start in die Restrunde die Trennung von Klimenkov erfolgte.
Kerem Ocak, der daraufhin das Traineramt übernahm, sei „leider mit der Mannschaft überhaupt nicht zurechtgekommen“, stellte Bunsmann nüchtern fest. Hinzu gesellte sich „großes Verletzungspech“, woraufhin „drei entscheidende Spiele nacheinander verloren gingen“, wie Bunsmann haderte. Das 0:1 beim FC Gregs, das aus einem Gegentreffer in der dritten Minute der Nachspielzeit resultierte, „nachdem unsere Jungs zahlreiche gute Torchancen vergeben hatten“, habe der Mannschaft „einen Knacks gegeben“. Daraufhin hätten sich „einige Akteure komplett verabschiedet“ und andere „keine Motivation mehr verspürt“, erklärte Bunsmann, der mit den verbliebenen Spielern der zweiten Herren bereits Ende März das Gespräch suchte: „Damals hatten sie noch betont, dass sie es bis zum Saisonende durchziehen würden.“
Trotzdem entstand „schlicht und ergreifend das Problem, dass wir nicht mehr genug Spieler im Kader der zweiten Mannschaft hatten“, betonte Bunsmann: „Für die am Sonntag anstehende Partie haben sich lediglich sechs, sieben Akteure einsatzbereit gemeldet.“ Aktuell hätte TSV-Liga-Trainer Ercan Kurt einige seiner Schützlinge an die zweiten Herren abstellen können. „Aber in den letzten vier Saisonspielen lassen die Statuten derartige Aushilfen nicht mehr zu“, gab der Vorsitzende zu bedenken. Beliebig viele Akteure von der dritten Mannschaft hochzuziehen, wäre ebenfalls „schwer vermittelbar gewesen“, so Bunsmann: „Die dritten Herren wollen ja selbst Meister werden.“ Aktuell ist die DSC-Dritte in der Kreisklasse 8 Tabellen-Dritter mit vier Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter Glashütter SV II.
Am Ende stand deshalb die Entscheidung, die zweite Mannschaft abzumelden: „lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“, bemühte Bunsmann ein altes Sprichwort. Die dritte Mannschaft wird, unabhängig davon, ob sie den Sprung in die Kreisliga schafft, die neue Zweitvertretung des Vereins werden. Und Bunsmann zeigte sich „zuversichtlich“, für die kommende Saison wieder eine dritte Mannschaft melden zu können: „Wir haben das Glück, dass bei uns schon zwei Teams angeklopft haben, die gerne geschlossen zu uns wechseln würden“, verriet Bunsmann – ohne Namen zu nennen. Zudem wollen die DSC-Verantwortlichen ein Alt-Herren-Team aufbauen: „Wir haben einige ältere Spieler, die daran Interesse bekundet haben“, nannte Bunsmann einen weiteren Beleg dafür, dass die Gesamtentwicklung auf dem Dulsberg positiv bleibt
Ursprünglich veröffentlicht auf sport-nord.de am 11. April 2026 – Autor: Johannes Speckner
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