Comeback im Advent: DSC Hanseat - Paloma III = 2:2

Eine Grundregel für erfolgreichen Fußball nicht nur, aber gerade im Abstiegskampf lautet: man muss im Rahmen des Erlaubten nicht nur schön spielen, sondern vor allem auch für den Gegner unangenehm sein. Das schien der DSC Hanseat beim Heimspiel gegen den Tabellen-Vierten Paloma III in der 1. Halbzeit irgendwie vergessen zu haben. Die Dulsberger erwarteten die technischen starken Gäste etwa in der Mitte der eigenen Hälfte und liessen sie bis dahin relativ ungehindert ihr Spiel aufziehen. Das funktionierte über weite Strecken defensiv recht gut, Torchancen blieben so auf beiden Seiten eher Mangelware. Aber es funktionierte eben nur recht gut, nicht perfekt: Nach einem verunglückten Torabschlag konnte Lukas Bunge die Gäste mit einem Sonntagsschuss aus 20 Metern in Führung bringen (16. Minute), der gleiche Spieler war im Anschluss an einen schlecht verteidigten Eckball per Kopf praktisch mit dem Pausenpfiff zum 0:2 erfolgreich. Eine verdiente Pausenführung angesichts des passiven Auftritts der Dulsberger.

Offenbar war die Pausenansprache von DSC-Trainer Ercan Kurt dann aber ein Wachmacher, nach der Halbzeit gab es jedenfalls ein völlig verändertes Spiel. Mit einem deutlich verbesserten Zweikampfverhaltengelang es den Hanseaten, das bis dahin so flüssige Paloma-Kombinationsspiel immer wieder zu unterbrechenund sich jetzt auch eigene Abschlusschancen zu erarbeiten. Niels Douanlas Lupfer über den herausstürzenden Gäste-Keeper ging noch knapp über die Querlatte, Leroy Barkow traf nur den Pfosten, auf der Gegenseite verhinderte DSC-Keeper Rakan mit 2 phantastischen Reflexen einen höheren Rückstand.

Endgültig die Wende ins Spiel brachte Trainer Kurt dann durch seine Auswechslungen: Nach mehreren Wochen Pause kam in der 55. Minute Özgür Demir in Spiel, dessen Explosivität immer hart an der Abseits-Linie die Paloma-Abwehr vor erhebliche Probleme stellte, die sie irgendwann nicht mehr beherrschen konnte: 1:2 in der 65. Minute. In einem ausgeglichenen Spiel ging es dann hin und her, bis der 2. DSC-Joker stach: Renato Salinas (in der 74. Minute eingewechselt) schlug in der 60. Minute einen Freistoss etwa 2 Meter vom linken Strafraumeck halbhoch auf das lange Eck, Abwehr wie Angriff und auch der irritierte Gäste-Keeper versuchten vergeblich an den Ball zu kommen, der zum 2:2 im Paloma-Kasten einschlug. Danach tat sich auf beiden Seiten trotz einer fünfminütigen Nachspielzeit nicht mehr viel, am Ende stand ein aufgrund der unterschiedlichen Halbzeiten letztlich leistungsgerechtes 2:2.

Das Jahr 2022 war für den DSC Hanseat eine regelrechte Achterbahfahrt: Nach einer guten Wintervorbereitung ging die Leistungskurve zunächst bis in den März steil nach unten, um dann ab April wieder nach oben zu zeigen, was im Aufstieg in die Kreisliga und einem guten Start in die neue Klasse resultierte. Im Herbst dann der Abfall mit 5 Niederlagen in Folge, woran sich jetzt wieder 4 ungeschlagene Spiele mit 10 Punktendes Jahres anschliessen. Setzt sich dieser Aufwärstrend fort? Das letzte Spiel des Jahres am kommenden Sonntag in Farmsen (13.30 Uhr) wird eine erste Antwort auf diese Frage geben.

Der DSC Hanseat spielte mit: Rakan - Ertugrul, Braun, Wolf (Salinas), Ljiljak - Topal, Barkow - Douanla (Y.Kurt), Z.Kurt (Özcelik), Taylor - H. Kurt (Demir)

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