Rassismus-Vorfall in Lemsahl: DSC Hanseat mit Teilerfolg beim HFV-Verbandsgericht

Es begann mit einer Überraschung (man könnte auch weniger schmeichelhafteFormulierungen wählen): der dem HFV-Verbandsgericht vorgelegte Ausdruck des Sportgericht-Urteils zum Rassimus-Vorfall beim Spiel Lemsahl/DSC Hanseat wies gegenüber der im DFBnet veröffentlichten Version eine zentral wichtige Schwärzung auf, die dem DSC Hanseat vorher nicht zugänglich gemacht wurde. Ein weiterer kleiner Baustein zu der bisher eher zweifelhaften Vorgehensweise des HFV rund um den Rassismus-Vorteil. Das Sportgericht hatte eine eindeutig rassistische Äußerung eines Lemsahler Spielers lediglich als Beleidigung gewertet, den Mannschaftsführer des DSC gesperrt, weil er den Schiedsrichter über die Entscheidung seines Teams informiert hatte, aus Solidarität mit den diskriminierten Mitspielern nicht weiterzuspielen, ihm einen gar nicht erfolgten Platzverweis angedichtet, und zum schlechten Schluss den DSC Hanseat wegen verschuldeten Spielabbruchs zu einer Geldstrafe verurteilt.

Der DSC Hanseat hatte gegen diese Entscheidungen beim HFV-Verbandsgericht Berufung eingelegt. Dabei ging es dem DSC nicht um die Spielwertung, sondern um die aus seiner Sicht völlig falsche Signalwirkung, wenn eine Mannschaft und ein Mannschaftskapitän bestraft werden, wenn sie sich solidarisch gegen eine rassistische Diskriminierung zur Wehr setzen.

Und im Rahmen der Möglichkeiten, die die Rechts- und Verfahrensordnung bietet, konnte der DSC einen wichtigen Teilerfolg erzielen: der Kapitän des Teams wurde freigesprochen und die Sperre ersatzlos aufgehoben, zudem wurde die Geldstrafe gegen den Verein signifikant reduziert. Viel bedeutsamer aber war vielleicht die völlig veränderte Atmosphäre der Verhandlung, in der das Anliegen, solidarisch gegen rassistische Ausfälle zu handeln, anerkannt und gewürdigt wurde, auch wenn die sportjuristischen Gegebenheiten dem gewisse Grenzen setzen.