4:1-Erfolg des DSC in Gülzow - Was ist der Erfolg angesichts der Saisonunterbrechung wert?

Fussball ist ja eigentlich ein Kollektivsport. Aber immer wieder zeigt sich auch, wie sehr einzelne Akteure ein Spiel prägen können. So wieder einmal beim Gastspiel des DSC Hanseat im lauenburgischen Gülzow. Die maßgeblichen Akteure: Schiedsrichter Pascal Hennig, der durch eine übertrieben autoritäre Spielführung viel unnötige Unruhe und Hektik in ein von beiden Seiten grundsätzlich problemlos und fair geführtes Spiel hineinrug, und DSC-Topstürmer Özgür Demir, der nach seiner Hereinnahme zur 2. Halbzeit die Statik des Spiels komplett veränderte.

Trainer Ercan Kurt hatte seine Elf zunächst ohne Demir, der beim Test-Kick gegen Bramfeld angeschlagen wurde, aufs Feld geschickt. Ohne ihn entwickelte sich in der 1. Halbzeit eine äußerst zähe Partie, in der die eine Seite - Gülzow - weitestgehend nicht wollte und sich in der Defensive einigelte, und die andere Seite - der DSC - die meiste Zeit nicht konne und sich in fruchtlosen Einzelaktionen verlor. Der 0:0-Pausenstand war ein angemessenes Abbild eines langweiligen Spiels.

Das sollte sich mit der Einwechslung von Demir völlig ändern, nun dominierten die Dulsberger und drückten das Heimteam zunehmend in die eigene Hälfte zurück, woraus es sich nur selten über Konter befreien konnte. Die zwangsläufige Folge: Die 1:0 Führung für den DSC durch Hami Kurt nach Zuspiel durch seinen Cousin Zekeriya (52.). In der Folge bleiben die Hanseaten zwar das beherrschende Team, versäumten es aber, aus dieser Überlegenheit toremässig Kapital zu schlagen. Und so kam es, wie es allzu oft kommt: DSC-Keeper Lars Peemöller kann eine Gülzower Flanke von rechts nicht abfangen, Connor Wagner und Niels Douanla sind sich nicht einig, und Niclas Kasemir kann den Ball zum Gülzower 1:1 über die Linie drücken (73.).

Dieser Rückschlag war dann aber das Signal für eine äußerst starke Dulsberger Schluss-Viertelstunde: Trainer Ercan Kurt stellte dafür auf das deutlich offensivere 3:5:2-System um, und das trug schnell Früchte. Renato Salinas - von der Mittelfeldzentrale auf den rechten Flügel verschoben - konnte sich in der rechten Strafraumhälfte durchspielen und mit einem Schuss ins lange Eck den DSC wieder in Front bringen (80.), Zekeriya Kurt umspielte fast die komplette Gülzower Abwehr und scho dann ins untere rechte Toreck ein (89.), Hami Kurt setzte dann den Schlusspunkt mit seinem zweiten Treffer (90. + 4).

Ob die dritten 3 Punkte und der Anschluss an Tabellenführer Altengamme mehr wert sind als eine Fußnote, bleibt angesichts der Entscheidung des HFV, den Spielbetrieb der Amateure vorerst zu unterbrechen, ungewiss. In jedem Fall kann der Saisonstart der Dulsberger trotz der grossen Verletzungssorgen - zeitweilig fiel der halbe Kader angeschlagen aus - nach 5 Pflichtspielen, 3 Siegen und einer Pokalniederlage erst im Elfmeter-Schiessen als erfolgreich betrachtet werden.

Der DSC Hanseat spielte mit: Peemöller - Wagner, Meskini, Tursic, Ljiljak - Salinas, Idrissu, Z. Kurt - Lowe (Demir), H.Kurt, Douanla (Roufin)