Kurz vor der Pokal-Sensation: DSC Hanseat unterliegt Bezirksligist erst im Elfmeterschiessen

Mit einer eindrucksvollen Leistung gegen den Bezirksligisten Farmsener TV unterstrich der DSC Hanseat am Samstagnachmittag in der 1. Lotto-Pokal-Runde, dass er sich für diese Saison in Kreisklasse 3 einiges vorgenommen hat. Trainer Ercan Kurt verordnete seiner Mannschaft gegen den höherklassigen Gast ein kompaktes Defensivkonzept mit zwei Vierer-Ketten in Abwehr und Mittelfeld, Zekeriya Kurt als vorgeschobenem offensiven Mittelfeldspieler und Özgür Demir als einziger Spitze. Den Farmsenern fiel gegen die konzentriert verteidigenden Dulsberger zunächst wenig ein, aber auch die zahlenmässig schwache DSC-Offensive konnte sich kaum durchsetzen. Als Özgür Demir sich einmal in der Zentrale durchsetzen und allein aufs Tor zulief, wurde er von Schiri Patrick Hiebert wegen eines Foulspiels zurückgepfiffen - zum Erstaunen der allermeisten Zuschauer. In der 36. Minute dann doch die Führung für den FTV, gegen den Schuss ins lange Eck war der gute DSC-Torwart Lars Peemöller machtlos. Mit diesem 0:1 ging es in die Pause.

Unmittelbar nach der Pause kam der DSC Hanseat spektakulär zurück: In de 47. Minute zog Özgür Demir von halblinks vor dem Strafraum in die Mitte, vorbei an mehreren Abwehrspielern der Gäste, und erzielte mit einem trockenen Schuss von der Strafraumgrenze ins linke untere Toreck den 1:1-Ausgleich. Danach  gelang es den Dulsbergern bis zur 75. Minute, das Spiel weitgehend ausgeglichen zu gestalten, mehrere gute Konterchancen über den an der Abseitslinie lauernden, schnellen Demir wurden von Schiri Hiebert zurückgepfiffen - Entscheidungen, die zumindest DSC-Trainer Ercan Kurt nicht immer überzeugen konnten.

In der 72. Minute dann ein Bruch im Spiel des DSC: Abwehrchef Romario Laranjo wurde beim Versuch, einen gegnerischen Angreifer abzulaufen, so unglücklich von hinten getroffen, dass er nur gestützt den Platz verlassen konnte und ausgewechselt werden musste. Die dadurch notwendig werdende Umstellung und Irritation in der Defensive konnten die Gäste dann schnell ausnutzen: Ein Eckball schien eigentlich zu lang für den eigentlich avisierten Zielspieler, hinter dem sich aber ein weiterer Farmsener Spieler quasi versteckte und per Kopfball den Bezirksligisten wieder in Führung brachte.

Aber damit war die Entscheidung noch nicht gefallen: In der 87. Minute verpassten Freund und Feind eine DSC-Ecke von links, bis der am hinteren Pfosten platzierte eigentliche Linksverteidiger Niko Lijljak den Ball zum vielumjubelten 2:2 über die Linie drücken konnte. In der durch die Verletzung Laranjos bedingte langen Nachspielzeit von 5 Minuten benötigten die Dulsberger dann auch ein bisschen Glück oder auch Unvermögen der Gäste-Angreifer, die noch 2 gute Chancen vergaben, das Spiel vorzeitig zu entscheiden.

Diese Entscheidung fiel dann im Elfmeterschiessen - corona-bedingt gibt es in dieser Saison im Hamburger Pokal keine Verlängerung. Und da scheiterte Shahir Roufin als einziger Dulsberger am Farmsener Keeper, während die Gäste alle Elfer verwandeln konnten. Ein unglückliches Ende für die Mannschaft, die als Aussenseiter ins Spiel gegangen war, aber den 2 Klassen höher postierten Gästen mit einer hervorragenden Leistung auf Augenhöhe gegenüber getreten waren.

Der DSC Hanseat spielte mit: Peemöller - Wagner, Laranjo (Ocak), Roufin, Tursic (Salinas) - Rodrigues (Douanla-Ghonda), Cabral, Amidu, Lijljak - Zekeriya Kurt - Demir

Im Vormittagsspiel hatte auch die Zweite des DSC Hanseat im Holsten-Pokal einen höherklassigen Gast. Eilbek II ging nach 9 Minuten glücklich in Führung, als DSC-Keeper Torben Krohn einen Freistoss so nach vorne abprallen ließ, dass er Armin Hodzic traf, von dem der Ball zurück ins DSC-Tor prallte. Die Dulsberger antworteten mit einem Doppelschlag: In der 22. Minute spielte Mathias Alberti einen perfekten Pass in den Lauf von Eren Candas, der zum 1:1 traf,. 3 Minuten später das 2:1 für die Dulsberger durch eine Einzellleistung, Yakub Gülaz traf mit einem perfekten Schuss vom rechten Strafraumeck in den linken oberen Torwinkel. Mit dieser Führung gingen die Hanseaten in die Pause.

Die Eilbeker Gäste als Kreisligist enttäuschten gegen eine DSC-Mannschaft, die nach einer verkorksten Saison 2019/2020 nur äußerst glücklich den Aufstieg in die Kreisklasse A geschafft hatten. Sie schafften zwar relativ schnell nach dern Pause den 2:2-Ausgleich, wirkten aber ansonsten über lange Strecken der 2. Halbzeit relativ ratlos gegen aufopferungsvoll verteidigende Dulsberger. Da andererseits aber auch der DSC in der 2. Hälfte kaum zwingende Offensivsaktionen zustande brachte, war am Ende das 3:2 für die feldüberlegenen Gäste (72. Minute) nicht völlig unverdient.#

Fazit eines langen Pokal-Samstags auf dem Sportplatz Dulsberg: Der DSC Hanseat scheint mit beiden Teams gut gerüstet für die am kommenden Wochenende wieder mit 2 Heimspielen startende Meisterschaft.