Ein gebrauchter Sonntag: Niederlagen für alle 3 DSC Hanseat-Ligamannschaften

Was sich in einer schwierigen Saison-Vorbereitung angekündigt hatte, wurde an diesem Sonntag Realität: Etliche Verletzungen, vor allem aber die für einen erfolgreichen Saisonbeginn ungünstige Ferienzeit haben am 2. Spieltag der neuen Saison voll zugeschlagen. Die neue DSC Hanseat-Dritte brachte aufgrund zahlreicher fehlender Urlauber gerade mal 10 Mann auf den Platz und kassierte gegen ein nicht mal sonderlich starkes West-Eimsbüttel 4 eine 1:15-Klatsche, die gut in die Saison gestartete Zweite verlor mit einem ebenfalls geschwächten Kader 1:2 gegen SV Wilhelmsburg 3, bei der Ersten machte sich trotz fast komplettierten Aufgebots der urlaubsbedingte Trainingsrückstand mit nachlassender Kraft nach 60 Minuten bemerkbar, weswegen es letztlich auch hier eine 1:4-Niederlage zu quittieren gab.

Der heutige Gegner der DSC Hanseat-Ersten war ein alter Bekannter unter neuem Namen: In der Wintervorbereitung hatten die Dulsberger mit 7:0 gegen den damaligen Kreisligisten TuS Berne 2 verloren und waren vor allem in der 1. Halbzeit an die Wand gespielt worden. Im Sommer ist dieses Team nahezu komplett gewechselt, tritt nun als Condor 3 in der Kreisklasse 3 an und gilt als klarer Meisterschafts- und Aufstiegskandidat. Um diesem starken Gegner nicht ins Pressing-Messer zu laufen, stellte DSC-Trainer Ercan Kurt sein in der vergangenen Saison bewährtes System um und die Hanseaten agierten in einem stark defensiv ausgerichteten 4:3:3. Und diese taktische Maßnahme war durchaus erfolgreich: Zwar dominierten die Gastgeber am Berner Heerweg das Spielgeschehen, zu klaren Torchancen kamen sie aber lange Zeit nicht. Einen Freistoß vom linken Strafraumeck konnte DSC-Keeper Joey Müller mit einer starken Parade um den Pfosten lenken, einmal musste Rechtsverteidiger Güren Tan Dinga kurz vor der Torlinie klären. So dauerte es bis zur 22. Minute, bis Condor eine Unorganisiertheit in der Dulsberger Abwehr zum 1:0 ausnutzen konnte. Aber die Dulsberger kamen schnell zurück: Nachdem zunächst mehrere Schußversuche im Condor-Strafraum abgeblockt wurden, konnte letztlich Yusuf Tan Zeyrek den Ball im Fallen über die Linie zum zwischenzeitlichen 1:1 bugsieren, mit dem es auch in die Pause ging.

Kurz nach dem Seitenwechsel scheiterte DSC-Kapitän Mahmut Armut denkbar knapp mit einem Schuß aus 16 Metern am guten reagierenden Condor-Schlußmann. Ab etwa der 60. Minute zeigte sich dann aber der schon eingangs angesprochene Trainingsrückstand und der daraus resultierende Kraftmangel.Dies war sicherlich auch der Grund, dass es kurz nacheinander 3 gelbe Karten gegen die Dulsberger nach überhartem Einsteigen in einem ansonsten sehr fairen Spiel gab: für Muammer Dünder, Bülent Iskender und Flavio Cabral. Das sollte nicht ohne Folgen bleiben: Wenig später zeigte der Schiedsrichter Dünder nach einer unübersichtlichen Zweikampfsituation die Ampelkarte - das war der Moment, in dem das Spiel sich zur Condor-Seite neigte. Denn 10 sich tapfer wehrende Hanseaten konnten auch vor dem Hintergrund schwindender Kräfte dem Condor-Druck nur noch kurze Zeit Stand halten. Zwar traf Roufin Shahir nach einem Durcheinander im Dulsberger Strafraum zum Glück nur die eigene Torlatte, aber dann folgten doch im 5-Minuten-Rhythmus die Gegentore 2, 3 und 4 zum 4:1-Endstand. Zudem verhinderte DSC-Keeper Joey Müller mit einigen herausragenden Paraden einen höheren Rückstand.

Gemessen am ersten Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften war dies aus Dulsberger Sicht - der DSC als Aufsteiger gegen einen eigentlich klassenhöheren Gegner - ein deutlicher Schritt nach vorn. Mit besserer Saisonvorbereitung wäre aber letztlich sogar mehr drin gewesen.

Der DSC Hanseat spielte mit: Müller- Tan Dinga, Sahir, Cabral, Iskender (Rodrigues) - Ockenfuss, Armut, Dünder - Uygar, Z. Kurt, Tan Zeyrek (Omerovic)